ZEITNÄHE

 

Der Insel Hafen Ausgangspunkt,

mit dem Fahrrad stets am Watt,

gewahrt ich Menschen Handeln,

das Laien kaum gemein was hat.

 

Wie sollt es auch, denn ich allein

erlebe Dies und Das von Ferne

und doch in meinem inneren Sein,

gleich InnenAussen ein Gemein.

 

So gleich zu Anfang gewahrte ich

einen Jungen mit Jahren Acht,

auf dem Watt KnieArme bäuchlings,

gleichsam Krabbler nachgemacht.

 

Der Knabe so denn abgestützt,

mit Eifer Wonne voller Lust,

bewegt den Körper durch die Pfütz'

seinem Ziel entgegen voll bewusst:

 

Der sichernden Eltern Gegenwart.

 

 

Freute mich diese Unbeschwertheit,

dacht' doch sogleich Unseligkeit

ob der Gewalten täglicher Gezeiten

zu Nichten selbstvergessenes Spiel.

 

Dem Meer ein zeitigend stilles Opfer

für MenschenGrösseWahn zu Deichen

die Wiederkehr des ImmerGleichen,

des Knaben Preis verletzend Eigentum.

 

 

So fuhr ich denn am Watt zur Odde,

begegnet' Menschen zu Fuss und Rad,

sah Wiese Pferde Vögel Brutgebiete

in Wattes Weite bunte Punkte tanzen.

 

Nun kehrt' ich um und bald gewahrte,

stets dem entgegen was ich ersinne,

den Meerweij vor des Rades Wege,

den ich zuvor schon mal bafahren.

 

So war es nun ein schmalerer Weg

mit dem ich mich herausgefordert

zu Fahrkunst zeigend und auch Angst

vor Ungewissem, Sturz, gar Überfall.

 

War da vermeintlich BuschBewegung,

ich sann Moment zur Hilfe Umkehr,

Wahrer, Obmann ALLER Unversehrtheit

schliesslich um eigenen Lebens willen.

 

Ich sann' noch lange, ob meine Sinne

Zeichen setzend Verantwortung böten,

ob eines Spanners oder Mörders Lauer,

hier einzig meine Hilfe wär von Nöten.

 

Verdrängend mit freud'ger Erschöpfung

erreichte ich mein Ziel an der Insel Satt,

um dort zu gewahren ein rotierend Blatt

suchend zu retten Menschen Schöpfung.

 

Wer es nicht weiss, kann es nur erraten:

Hofft' doch, wär's nicht mein Erdenken,

Wer Wann Wie Wo in's Unglück geraten,

schon gar nicht meiner Eigenliebe Folge.

 

Das Hin und Her des inneren Dialoges,

beschwichtigend Plage des Gewissens,

beendete Nüchternheit eines Freundes:

Gefahr und Last sind NurGutGemeintes.

 

So schwieg ich in Geduld zur Sorge,

um eines Kindes Eltern LebensKampf,

bis traurig freiende Zeitigung kam,

Gewissheit erzwingend, etwas geschah:

 

So ZeitNah!

 

 

Amrum, den 05. Juli 2012

 

(Amrum, Sonntag, den 01. Juli 2012:

Meine Inselfahrt mit dem Fahrrad

zwischen 17:30 - 19:30 - OZ.

Gleichzeitig ereignete sich der

Unglücksfall des zunächst vermissten,

dann drei Tage an der Spielstätte

später tot aufgefundenen 10jhr. Jungen;

eine Tragödie für die Eltern

und die gesamte Insel).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

GewissheitsZweifel

 

 

Was soll das heissen wenn man sagt

Man habe die Gewissheit erlangt

Dass ein Ereignis nun geklärt sei

Und es keinen weiteren Zweifel gäbe

 

Ist damit zum Fall auch alles gesagt

Was das Ereignis wirklich begleitet

Gibt es mehr als nur einen Aspekt

Parallele Abläufe von Dimensionen

 

Wenn ich so zurückblicke die Tage

Zeigten sich dimensionale Aspekte

Deren Summe notwendig hinreichend

Nicht formt den Prozess zur Gestalt:

 

Sah ich den Jungen krabbelnd im Watt

Geführte Gruppe an strömendem Priel

Vermeintliche Bewegung im Gebüsch

Angst fantasierte Formen von Gewalt

 

Anderen Tags in Gesprächen spekuliert

Wächter Auftrag nur selbst beschäftigt

Der Eltern Kinder Tun unberechenbar

Vorstellungskraft und Wille ein Paar

 

Wassers Tücken sind unberechenbar

Strömungen werden stets unterschätzt

Sandburgen Grabungen werden Fallen

Weite zur Unkenntlichkeit gespiegelt

 

Nicht vor-gedacht und doch plötzlich

Etwas unserem HerzDenken entspringt

Das zu beherrschen wir gelernt gedacht

Schliesslich an einem Punkt entgleitet

 

Aufblitzender Idee eindringliches Bitten

ein weiteres Mal Tagwerks Bespielung

In kindlichen Eifer verborgenes Motiv

Vollendung zum unendlichen Genügen

 

Ein Schleier wird versperrende Decke

Dem ungetrübten Blick auf unser Dasein

Sinnen Denken Vernunft und Intuition

Offenbaren sich binden nicht zusammen

 

 

 

 

Doch kann man alleine alles schaffen

Was wenn man gemeinsam begann

Burg zu bauen und tiefer zu Graben

Schliesslich verlassen eines Besitzen

 

Unfallursachen erschweren das Suchen

Kennte man diese so wäre es einfach

Denn dann wäre das Ferne ganz nahe

Suchbewegungen ohne vertan'e Zeit

 

So steht man auf eben dem Boden

Der das unselige Geheimnis verbirgt

Eines jeden kopflose Geschäftigkeit

Schaut die Füsse und vermutet Ferne

 

Schock ersetzt NichtWahrhabenWollen

Denken gefangen verführt zur Aktion

Dem Ort zu fliehen verleitet zur Ferne

Vertan die Chance zur rettenden Tat

 

Hin und wieder sind Züge festzustellen

Personen kennzeichnende Merkmale

Nie vor-gedacht gewiss nicht trainiert

Einmalig Geschehen wie aus dem Nichts

 

So wissen wir nicht wann wir gehen

Und doch treibt's uns gegen das Ende

Mit sehnendem Eifer zum Abschluss

Un-erfüllten Lebens Klage Gesang

 

 

Amrum, den 05. und 07. JULI 2012

 

 

(Gleichzeitig geschah der Unfall des zunächst vermissten, dann drei Tage später tot aufgefundenen zehnjährigen Jungen, das Unglück für die Eltern und die gesamte Insel)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

AUFMERKSAMKEIT

 

Wäre "SIE" es denn gewesen

SIE zu treffen Ich ersehnte

Unerwartet der Umgebung

Begegnung Unseres Blicks.

 

Um die Ecke unvermittelt

Trafen sich die Blicke

Streiften sich die Pupillen

War es Aufmerksamkeit.

 

Zweier Seelen die jedoch

FünfzigJugendAlter schied

Sommersprossen zierend

Anderen bebrillte Nase.

 

Nur so eben mal touchiert

Suchten Körper einen Bogen

Um nicht gerade unverwegen

Beiden irgend Anlass geben.

 

Einmal noch gewahrt ich Sie

Drinnen schliesslich Draussen

In der Ladenscheibe Spiegeln

Ende setzend erstem letztem

 

BLICK FELD RAST?

 

Amrum 25. Juni 2012

(Mittags beim Einkauf im

EDEKA Laden...und dann...)

 

 

Wiedertreffen in den Dünen

Hochgeschossen rote Haare

Kleine Freundin neben Ihr

Mich erinnern an vor Jahren

 

Meiner "KLEINEN" Vollstatur

Ihrer Freundin Namen kenne

Beider Hof ist zu benennen

Erdgebunden Himmelwärts

 

zu GOTTES HERRLICHKEIT!

 

Amrum 25. Juni 2012

(Abends nach der Rückkehr von

demWeg durch das DünenBiotop

parallel zur Seeseite)

 

Hinweis:

   Ein entsprechendes Foto und eine Erläuterung zu den hervorgehobenen Worten unter Fotos / Gedichte / Amrum.

Mi

23

Apr

2014

Endlich habe ich es gewagt!

Mein Bild  CRYSTAL   2014   80 x 100 cm   Acryl gespachtelt  (Wasserfall, Lichteinfall...verborgene Frauengestalt?.) in einer halben Stunde entstanden.

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